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Lavendelmuseum

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Das blaue Wunder

Bereits Perser, Griechen und Römer wußten um die vielseitige Wirkung des Lavendel.

Anfang unseres Jahrhunderts wurden die erstaunlichen Eigenschaften des Lavendel  durch die Mediziner Dr. R.M. Gattefossé und Dr. Jean Valnet eingehend untersucht und gewürdigt.

Gattefossé machte seine Erfahrung mit dem Öl, als er sich bei einem Laborversuch seine Hand erheblich verbrannte. Er tauchte sie in einen zufällig in der Nähe stehenden Behälter mit Lavendelöl. Der Schmerz ließ schnell nach, die Wunde verheilte in kurzer Zeit ohne Narbenbildung.

Valnet, Chirurg in der französischen Armee behandelte -in Ermangelung pharmazeutischer Präparate- aufbauend auf den Erkenntnissen Gattefossés im zweiten Weltkrieg unzählige Soldaten und Zivilisten mit schwersten Verbrennungen und anderen Kriegsverletzungen. In seinem Tagebuch hat er an hunderten von Fällen die vorzügliche Wirkung des Lavendelöles beschrieben.

Der echte Lavendel - Lavandula officinalis oder Lavandula vera ist eine Pflanze, die nur ca. 5 - 7 blühende Rispen trägt und weit verstreut in Höhen von 800 - 1500 Metern wächst. Entsprechend aufwendig ist die Ernte der Blüten und der Ertrag ist gering. Das Öl wird ausgesprochen selten und nur zu stattlichen Preisen im Handel angeboten. Hier sollte man auf jeden Fall sehr vorsichtig sein, denn es wird erfahrungsgemäß sehr viel absolut minderwertiges unter dieser Bezeichnung angeboten, das zum Teil nur noch 3% reine Lavendelessenz enthält.

Lavandula angustifolia trägt immerhin schon 20 - 30 Blütenrispen und wird in Kulturen angebaut.

Da die nachgefragten Mengen dieser Qualitäten in Frankreich nicht herzustellen sind, -ganz Frankreich müßte ein einziges Lavendelfeld sein- kaufen unseriöse Händler einen großen Teil der unkontrollierten, osteuropäischen Lavendelernte auf, strecken ihn mit Lavandin, anderen Ölen oder synthetischen Duftstoffen, um ihn schließlich als hochwertigen französischen Lavendel zu vermarkten.

Lavandin (Lavandula hybrida) ist eine Kreuzung von wildem Lavendel (Lavandula officinalis) und dem Spanischen Speik-Lavendel (Lavandula Latifolia). Im Vergleich zum wilden Lavendel sind diese Pflanzen riesig. Gleich blauen Igeln strecken sie ihre unzähligen Blütenrispen wie Stachel von sich. Lavandinöl hat eine etwas andere Zusammensetzung und die Wirkung ist gegenüber Lavandula angustifolia schwächer und mehr zur Behandlung der Atemwege geeignet, was jedoch in Kauf genommen wird, wenn die schlaffördernde Wirkung des Lavendel nicht erwünscht ist.

Zu sehen und zu erleben im Lavendelmuseum in der Ardeche
 

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