Pont du Gard
ein Stück Seele mehr
Lange Zeit glaubte man, der pont sei um das Jahr 19 vor Christus erbaut worden. Neuere Ausgrabungen deuten allerdings auf eine Entstehung in der Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. Er war Teil eines fast 50 km langen Aquädukts, der Wasser von den Quellen nahe Uzès zur römischen Stadt Nemausus (Nîmes) transportierte. Der gesamte Aquädukt hatte ein durchschnittliches Gefälle von 25 cm/km. Der pont selbst wurde gebaut, um das Wasser über das Tal des Flüsschens Gardon zu bringen. Etwa 20.000 Kubikmeter Wasser flossen täglich über den Pont nach Nîmes. Der größte Teil der Wasserleitung, ca. ⅔ verlief nicht überirdisch, sondern musste in den Stein hinein gehauen werden. In Nîmes selber standen jedem Einwohner bis zu 400 l Wasser täglich zu. Das ist mehr als das Doppelte des heutigen Verbrauchs.
Vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert wurde der Pont du gard als Straßenbrücke genutzt, um den Fluss zu überqueren. Die Pfeiler der zweiten Ebene wurden verjüngt, um den Verkehrsfluss zu erleichtern - eine Herausforderung für die Stabilität des Baus! 1702 wurden die Pfeiler wieder instandgesetzt, 1747 eine neue Brücke neben dem Aquädukt auf Höhe der ersten Ebene errichtet, damit der Verkehr weiter fließen konnte, ohne den römischen Bau weiter zu beschädigen. Heute ist das Betreten des Pont du Gard nicht mehr erlaubt und die daneben liegende Brücke wurde für den Autoverkehr gesperrt. Stattdessen wurden ein Museum, ein Besucherzentrum und Parkplätze eingerichtet.
Der Pont du Gard wurde 1985 in die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen.